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Film

Das Drehbuch des Films beruht auf der letzten Novelle von Leo Tolstoi, der selbst bei den Truppen im Kaukasus dabei war als Hadschi Murat alias „der weiße Teufel“ Ende 1851 zu den Russen überlief. Für Tolstoi war das Buch der Versuch, die muslimische mit der christlich-orthodoxen Kultur in Dialog zu setzen. Der Film erzählt die Geschichte von Hadschi Murat, der dem Volk der Awaren angehörte und während des Kaukasuskrieges (1827–1859) ein zentraler Anführer im Widerstand gegen die russischen Besatzer war. DER WEISSE TEUFEL ist noch eine Mischform zwischen Stumm- und Tonfilm, denn obwohl die Ufa-Produktion in einigen Szenen mit Toneinspielungen wie Gewehr- und Kanonenschüssen, Musikeinlagen und vereinzelten Dialogen arbeitet, ist der Film über weite Strecken stumm.

50 Jahre Murnau-Stiftung: Sprechende Bilder
Wurden während der Auftaktveranstaltung die Bilder des Stummfilms noch durch Live-Musik begleitet, dreht sich der zweite Termin zum 50. Jubiläum der Murnau-Stiftung um die Einführung des Tonfilms.
Film und Ton gehörten bereits seit den Anfängen des Kinos zusammen. Die Stummfilme wurden häufig von Klaviermusik, Kammermusik-Ensembles oder durch die eigens dafür entwickelte Kino-Orgel begleitet. Als Geburtsstunde des Tonfilms gilt der 6. Oktober 1927, an dem die New Yorker Uraufführung von THE JAZZ SINGER stattfand. Der Varieté-Star Al Jolson sprach hier die berühmten Worte „You ain`t heard nothin‘ yet.“. Ermöglicht wurde diese technische Revolution durch ein Nadeltonverfahren, dass in den USA entwickelt worden war. Um der amerikanischen Konkurrenz entgegenzuwirken, wurde in Europa – in Deutschland vor allem für die dafür eigens gegründete Ton-Bild-Syndikat AG, kurz Tobis – akribisch an einem Lichttonverfahren gearbeitet. Am 16. Januar 1929 feierte das Tobis-System in dem Film ICH KÜSSE IHRE HAND, MADAME mit Marlene Dietrich und einer von Richard Tauber gesungenen Liedeinlage Premiere. Die Tobis konnte dadurch doppelt profitieren und zwar als Filmproduzenten und Patentbesitzer, die die neue Technik wiederum der Ufa sowie anderen Produktionsfirmen anbieten konnten. Auch wenn noch nicht alle Skeptiker überzeugt waren, meldete im April 1930 die Industrie und Handelskammer Berlins: "Der Tonfilm hat sich inzwischen restlos durchgesetzt."

Mi 24.02.2016 18.00 Uhr *
So 28.02.2016 13.30 Uhr
50. Jahre Murnau-Stiftung
DER WEISSE TEUFEL
Regie: Alexander Wolkoff, DE 1930, 105 min, 35mm, FSK: ungeprüft, mit Lil Dagover, Iwan Mosjukin, Betty Amann
Einführung: Filmwissenschaftlerin Anne Siegmayer am 24.2.

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