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Hans Herforth findet in seinem Leben schon lange keinen Sinn mehr. Nur der Mut zum Suizid fehlt ihm. Bei seinem neuesten Selbstmordversuch wird er obendrein von einem Einbrecher gestört – doch er fasst einen Plan: Der Kriminelle soll ihn innerhalb der nächsten zwölf Stunden umbringen und als Belohnung seine Lebensversicherung kassieren. Als sich Hans in der Kneipe seinen letzten Schnaps genehmigen will, verliebt er sich Hals über Kopf in die bezaubernde Kitty und fasst neuen Lebensmut. Nun muss er allerdings seinen Mörder finden, der schon den Plan für die Tat ausheckt...

Wie bereits bei seiner ersten Regiearbeit drehte Robert Siodmak seinen dritten Langspielfilm nach einem Drehbuch von Billie Wilder, Ludwig Hirschfeld und seinem Bruder Kurt Siodmak: die musikalische Groteske DER MANN, DER SEINEN MÖRDER SUCHT. Die Erich Pommer-Produktion der Ufa wurde 1933 auf fast die Hälfte gekürzt, erhielt den neuen Titel JIM, DER MANN MIT DER NARBE und wurde schließlich 1937 ganz verboten. Der Schriftsteller Hirschfeld wurde 1942 von den Nazis aus Frankreich ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet. DER MANN, DER SEINEN MÖRDER SUCHT blieb seine einzige Arbeit für den Film. Komponist Friedrich Hollaender ist in einer Nebenrolle als Vorsitzender der kriminellen Vereinigung „Weisse Weste“ zu sehen.

Überliefert ist nur die gut 53-minütige Fassung von 1933, JIM, DER MANN MIT DER NARBE. 1998 wurde der Film photochemisch restauriert und von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung 2013 digital remastert.

Weitere Informationen zum Film gibt’s hier.

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.. und der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Foto: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
DER MANN, DER SEINEN MÖRDER SUCHT (JIM, DER MANN MIT DER NARBE)
Regie: Robert Siodmak, DE 1931, 53 min, DCP, FSK: ab 6, mit Heinz Rühmann, Lien Deyers, Raimund Janitschek

Einführung: Filmwissenschaftler Torgil Trumpler


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