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In der Crossdressing-Tragikomödie wird die rebellische Renée von ihrer Stiefmutter in ein Schweizer Internat gesteckt. Als Renée wegen schlechten Betragens auch die Ferien dort verbringen soll, setzt sie sich als Junge verkleidet nach Italien ab. Ein Maler entdeckt den „Knaben“ als Modell für sein Gemälde „Geiger von Florenz“, das ein großer Erfolg wird. Als der Vater auf einer Abbildung des Gemäldes seine Tochter erkennt, fährt er nach Florenz, um Renée wieder zu sich zu holen. Der Maler will sich jedoch nicht mehr von seinem Modell trennen. Umso erfreuter ist er, dass Renée sich als junge Frau entpuppt. Er bittet den Vater um ihre Hand, die dieser ihm nur zu gern zuspricht.

Elisabeth Bergner ist in DER GEIGER VON FLORENZ in einer typischen „Hosenrolle“ zu sehen. Frauenfiguren, die sich als Männer verkleideten, um sich von den Einschränkungen der gängigen Frauenrollen zu befreien, waren bereits im frühen Stummfilm beliebt und noch bis in die frühen 1930er Jahre zu sehen. Elisabeth Bergner wurde von der Kritik für ihr zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit changierendes Spiel gefeiert. Die erfolgreiche Bühnenschauspielerin galt damit als besonderer Typ vor der Kamera. Ab 1924 drehte sie nur noch Filme mit Paul Czinner, der auch privat ihr Partner wurde. Die Filme, die Czinner mit ihr drehte, sind eine eigene Form des Genres. DER GEIGER VON FLORENZ sprengt die Grenzen des Kammerspiels. Er verlässt die dafür übliche Einheit von Ort, Zeit und Handlung, wird zum Roadmovie und Reisefilm. Gedreht wurde in der Gegend des Luganer Sees und in Florenz.

Weitere Informationen zum Film gibt’s hier

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.. und der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
DER GEIGER VON FLORENZ
Regie: Paul Czinner, DE 1925/26, 82 min, DCP mit Live-Musik von Uwe Oberg, FSK: ab 0, mit Elisabeth Bergner, Conrad Veidt, Nora Gregor

Grußwort: Dr. Jakob Gutmark, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden
Einführung: Christiane von Wahlert, Vorstand Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Sondereintritt: 11€/10€ ermäßigt


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