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Der pedantische Gymnasiallehrer Professor Immanuel Rath ist schockiert. Anstatt nachts brav im Bett zu liegen, treiben sich seine Schüler im Nachtlokal „Der blaue Engel“ herum. Um sie auf frischer Tat zu ertappen, folgt Immanuel ihnen in das zweifelhafte Etablissement, macht dort Bekanntschaft mit der Sängerin Lola Lola und verfällt ihrem Charme. Als sein nächtliches Abenteuer auffliegt und er sich zu Lola bekennt, wird er entlassen. Er hält um ihre Hand an und begleitet sie auf ihrer Tournee. Doch während Lola mit den Jahren zu einer angesehenen Künstlerin aufsteigt, entwickelt sich der einst geachtete Professor zu einem armseligen Clown.

DER BLAUE ENGEL war einer der ersten Tonfilme der Ufa und Marlene Dietrichs Sprungbrett für ihre internationale Karriere. Während Dietrich und Regisseur Josef von Sternberg bereits 1930 in die USA gingen und viele Projekte zusammen verwirklichten, blieben die anderen Mitwirkenden zunächst in Deutschland und arbeiteten weiterhin für die Ufa und andere Produktionsgesellschaften. Der eigentliche Star Emil Jannings pflegte bereits seit Mitte der 1920er Jahre eine internationale Karriere und gewann als erster Schauspieler überhaupt einen Oscar. Nach 1933 ging Jannings Karriere, der in seiner Heimat immer noch als einer der populärsten und virtuosesten Schauspieler galt, nahtlos weiter. Für andere Filmschaffende änderte sich das Leben schlagartig mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933. Für die Darsteller Kurt Gerron und Rosa Valetti, Drehbuchautor Robert Liebmann, Produzent Erich Pommer sowie Komponist Friedrich Hollaender gab es aufgrund ihrer jüdischen Abstammung in Deutschland keine Zukunft mehr.

„Die Handlung ist in sich geschlossen, eine exzellente Crew an Schauspielern, allen voran Emil Jannings und Marlene Dietrich, die ebenso bezaubernde, längst weltberühmte Filmmusik Friedrich Hollaenders, die düsteren, schummrigen Bilder Günther Rittaus, das dementsprechende Szenenbild – all das macht DER BLAUE ENGEL zu einem frühen Kultfilm.“ (filmstarts.de)

In Kooperation mit Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. und der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
DER BLAUE ENGEL
Regie: Josef von Sternberg, DE 1930, 108 min, DCP, FSK: ab 12, mit Marlene Dietrich, Emil Jannings, Kurt Gerron

Videoeinführung: Filmwissenschaftlerin Miranda Reason


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