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Vor 100 Jahren, am 9. November 1918, wurde in Berlin die Republik ausgerufen. Die Novemberrevolution hatte sich aus dem Kieler Matrosenaufstand am Ende des Ersten Weltkrieges entwickelt. Innerhalb weniger Tage war das ganze Reich von dem Aufstand erfasst, der die Bundesfürsten des Deutschen Reiches nach und nach zur Abdankung zwang.

Die darauf folgende Weimarer Republik war Deutschlands erste Demokratie und damit einer der größten Wendepunkte in der deutschen Geschichte. Innerhalb kürzester Zeit, schufen die Politiker dieser Zeit die Grundlagen für die damals fortschrittlichste Demokratie  weltweit. Doch war die junge Demokratie durch die unmittelbaren Kriegsfolgen, eine Hyperinflation sowie zahlreichen Umsturzversuche und politische Morde auch von vornherein krisengeschüttelt. Die Weltwirtschaftskrise ab Ende 1929, die Präsidialkabinette nach dem Bruch der Großen Koalition am 27. März 1930 und der Aufstieg der Nationalsozialisten mündeten schließlich in ihrem verheerenden Ende.

Der Untergang des Kaiserreiches und die Schrecken des Ersten Weltkrieges, die Wirren und die Konflikte der Weimarer Republik spiegeln sich im gesellschaftlichen sowie kulturellen Leben wider. Auch die Aufbruchsstimmung und der Erneuerungsgeist wurden in der Kunst sichtbar. Im Kino bedeutete beispielsweise der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm nicht nur aus technischer, sondern auch aus wirtschaftlicher und ästhetischer Sicht einen Paradigmenwechsel.

Das Weimarer Kino gilt daher bis heute als Blütezeit des deutschen Films, dessen Einfluss bis ins Kino der Gegenwart spürbar ist. Das Anliegen der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ist es, diese bedeutende Epoche des deutschen Films, zu erhalten, zu restaurieren und zu rekonstruieren sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus dem gegebenen Anlass präsentieren wir daher ab November jeden Monat einen Film aus der Weimarer Epoche als aktuelles Restaurierungs- bzw. Digitalisierungsprojekt der Stiftung – zum ersten Mal im Murnau-Filmtheater.

Wir beginnen unsere Reihe mit der Tragikomödie DER GEIGER VON FLORENZ, die im Sommer 2018 mit ihrer Weltpremiere im Rahmen der UFA Filmnächte in digitalisierter Restaurierung auf die Leinwand zurückkehrte.

Im Dezember zeigen wir den Spielfilm MICHAEL aus dem Jahr 1924. Er entstand nach dem gleichnamigen Roman von Herman Bang aus dem Jahr 1904.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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