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Bereits im Alter von zehn Jahren begann Sonja Ziemann (*8.2.1926 in Eichwalde; †17.2.2020 in München) mit Tanzunterricht und erlangte mit 15 Jahren den Abschluss der Ballettausbildung. Nach dem Ersten Weltkrieg sah man sie in Zürich, München und Köln im Kabarett und an Theatern.
Seit Anfang der 1940er Jahre spielte sie nach einer soliden Ausbildung an der Ufa-Schauspielschule kleinere Rollen in zahlreichen Filmen und feierte 1942 an der Seite von Paul Kemp und Margit Debar in der volkstümlichen Komödie EIN WINDSTOSS (R.: Walter Felsenstein) ihr Leinwanddebüt. Bereits ein Jahr später spielte sie die Rolle der Lotte Eilers in GELIEBTER SCHATZ von Paul Martin, der zu einem beachtlichen Kassenerfolg wurde. Zuerst zählte Ziemann zu den unauffälligen Nachwuchsdarstellerinnen, deren tänzerisches und musikalisches Talent in Nebenrollen genutzt wurde. In dieser Zeit spielte sie unter anderem in Erich Waschnecks EINE REIZENDE FAMILIE (1944) und in Volker von Collandes EINE KLEINE SOMMERMELODIE (1944) mit. 1944 war sie zudem Teil der Besetzung von SPUK IM SCHLOSS (R.: Hans H. Zerlett) – eines der seltenen Beispiele einer deutschen Gruselfilmkomödie.

Erst im deutschen Unterhaltungsfilm der Adenauer-Ära traf ihre natürliche und zugleich impulsive Art genau den Geschmack des Publikums. In der von Hans Deppe gedrehten Romanze SCHWARZWALDMÄDEL (1950) avancierte Sonja Ziemann als adrettes „Schwarzwaldmädel" Bärbele zum Star und Idol des deutschen Unterhaltungskinos. Der Film selbst war einer der ersten deutschen Farbfilme nach dem Krieg und wurde zum Inbegriff des Heimatfilm-Genres. 1959 spielte sie zusammen mit Walter Giller die Hauptrolle in Thomas Engels LIEBE AUF KRUMMEN BEINEN. Um dem Heimatfilm-Image zu entfliehen, wagte Ziemann sowohl auf der Leinwand als auch auf der Theaterbühne erfolgreich den Sprung ins Charakterfach. Seit Mitte der 1960er Jahre konzentrierte sich Sonja Ziemann verstärkt auf ihre Arbeit am Theater und stand nur noch selten vor der Kamera. Zudem übernahm sie vereinzelt Aufgaben für das Fernsehen.

Zuletzt lebte Sonja Ziemann in einem Seniorenstift in München, wo sie am 17. Februar 2020 verstarb. Nun bringen wir frühe Spielfilme mit ihr auf die große Leinwand zurück. Den Auftakt macht die Gruselkomödie SPUK IM SCHLOSS mit einer Einführung durch Dr. Manfred Kögel.

Foto oben: Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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