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Film

In memoriam Annelise Uhlig

Anneliese Uhlig (*27.8.1918 Essen; †17.6.2017 Santa Cruz, USA) wurde als Tochter der Opernsängerin Margarethe Maschmann und des Staatsschauspielers Kurt Uhlig geboren und kam damit unmittelbar mit der Bühnenwelt in Berührung.
Nach der Trennung der Eltern wuchs sie bei der Mutter auf, ging 1937 nach Berlin, nahm Schauspielunterricht und hatte ihren ersten Filmauftritt neben Attila Hörbiger und Lucie Höflich in dem Artistenfilm MANEGE. Uhlig spielte auch erfolgreich Theater, so beispielsweise 1938 am Schiller-Theater neben Heinrich George in Calderons „Der Richter von Zalamea“. Nachdem sie von einer Theatertournee zurückgekehrt war, widmete sie sich allerdings intensiv ihrer Filmkarriere. Zwischen 1939 und 1945 spielte sie in etwa einem Dutzend deutscher Filme moderne junge Frauen, so in den Kriminalfilmen VERDACHT AUF URSULA und KRIMINALKOMMISSAR EYCK. Schon mit 20 Jahren galt sie mit ihren hintergründigen und verdächtigen Figuren als die „geborene Dame“. Ab 1940 war Uhlig in der Truppenbetreuung tätig, spielte in Fronttheatern in Holland, Frankreich, Polen und der UdSSR.

Nachdem Uhlig im Alter von 22 Jahren die Avancen von Propagandaminister Goebbels abgelehnt hatte, entzog dieser ihr für eine Weile die Berufserlaubnis, sodass sie zwischenzeitlich in Italien lebte und arbeitete. 1943 wurde Uhlig kriegsdienstverpflichtet nach Deutschland zurückbeordert, erneut bei der Truppenbetreuung eingesetzt und eine Zeit lang als Dolmetscherin und Gesellschafterin für die sich in Deutschland befindliche Familie des entmachteten Mussolini in einem bayrischen Schloss beschäftigt. Zugleich wirkte sie noch in einigen deutschen Spielfilmen wie Karl Antons Kriminalfilm RUF AN DAS GEWISSEN mit und konnte in weiteren Erfolgsfilmen in Hauptrollen brillieren, etwa in DER MAJORATSHERR – diesen Monat ebenfalls zu sehen in der Reihe zum 125. Geburtstag von Ernst Karchow – und in ihrer „schönsten Rolle in einem deutschen Film“, wie sie in ihrer Autobiografie schrieb, in SOLISTIN ANNA ALT.
1945 lernte Uhlig einen amerikanischen Offizier kennen, den sie heiratete. 1948 emigrierte sie mit ihm in die USA. Dort führte sie ihre erfolgreiche Karriere als Journalistin, Theaterproduzentin und Dozentin fort, blieb aber auch als Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin, unter anderem auch in Deutschland, aktiv.

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