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Otto Wallburg (*21.2.1889 in Berlin; †30.10.1944 im KZ Auschwitz), mit bürgerlichen Namen Otto Maximilian Wasserzug, wurde als Sohn eines jüdischen Bankiers in Berlin geboren. Nachdem er 1905 die neugegründete Schauspielschule von Max Reinhardts besuchte, erlebte er 1909 sein Bühnendebüt am Deutschen Theater und bekam im gleichen Jahr sein erstes Engagement in Bern. Seinen ersten langfristigen Vertrag erhielt er 1913 am Frankfurter Theater. Durch den Beginn des ersten Weltkrieges 1914, wo er eingezogen wurde um an der Westfront zu dienen, wurde seine Karriere unterbrochen.

Für ihn selbst schien seine Schauspielerkarriere nach dem Einsatz im Krieg beendet, da er zuvor oftmals die Rolle des jugendlichen Helden einnahm und im Krieg an Gewicht zunahm, so wechselte er auf die andere Seite der Kamera und begann in der Regie tätig zu sein, jedoch wird er als „komischer Dicker“ neu für die Bühne entdeckt. 1925 wechselte er zum Lessing-Theater in Berlin, wo er bald zu einem der populärsten Schauspieler avancierte.

Mit Richard Eichbergs DIE KEUSCHE SUSANNE feierte Otto Wallburg 1926 sein Filmdebüt. 1930 überzeugte er als Rechtsanwalt Dr. Schüler in Gustav Ucickys HOKUSPOKUS. Die 1930er Jahre boten Wallburg weiterhin interessante Rollen, so zum Beispiel die Rolle des Adjutants des Zaren Bibikoff in Erik Charells DER KONGRESS TANZT aus dem Jahre 1931 oder als Regierungsrat Dittchen in Robert Lands WEEKEND IN PARADISE. Der Film WER NIMMT DIE LIEBE ERNST? ist ein bemerkenswertes Beispiel für seine hintergründige Komik. Als Konsul ist er zudem im Spielfilm KIND, ICH FREU´ MICH AUF DEIN KOMMEN (1933) zusehen. Durch seine gereizte Nervosität und seine schnodderige, verhaspelte Sprache erhielt er von den Berlinern liebevoll den Spitznamen „Blubberer“.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde sein Antrag zur Aufnahme in die Reichkulturkammer abgelehnt und die „vorläufige Spielerlaubnis“ entzogen, so blieben ab 1934 die Aufträge sowohl im Film als auch auf der Theaterbühne aus. 1934 entschließt er sich dazu nach Wien zu gehen. Nach Aufenthalten in der Schweiz und Frankreich landete er 1937 in den Niederlanden, wo ihm 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. Zuletzt ist er 1938 in Kurt Bernhardts CURREFOUR zu sehen. Die Sicherheit, die Wallburg in den Niederland fand, wehrte nicht lange. 1944 fielen er und seine Partnerin Ilse Rein einer Denunziation zum Opfer und wurden verhaftet. Am 28. Oktober 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er wenige Tage später ermordet wurde.  

Im November präsentieren wir mit WER NIMMT DIE LIEBE ERNST? Erich Engels ersten Spielfilm, in dem auch Otto Wallburg zu sehen ist, zu dessen 75. Todestag wir noch weitere Spielfilme aus dem Stiftungsbestand zeigen. Eingeführt wird Engels Komödie, die wir in Kooperation mit dem Seniorenbeirat Wiesbaden zeigen, am 6. November von Dr. Manfred Kögel.

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