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Theodor Loos (*18.5.1833 in Zwingenberg an der Bergstraße, †27.6.1954 in Stuttgart) war ein deutscher Schauspieler. Seine Eltern waren gegen den Wunsch des Sohnes, Darsteller zu werde, doch Loos setzte seinen Traum durch und spielte in diversen Filmen. Bekanntheit erlangte er durch seine Rollen in verschiedenen Filmen von Fritz Lang, wie etwa in DIE NIBELUNGEN, METROPOLIS und M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER. Seit 1913 wirkte er in über 220 Spielfilmen mit.

Auch unter den Nationalsozialisten war Loos ein vielbeschäftigter Schauspieler. 1935 ernannte ihn Joseph Goebbels zum Reichskultursenator, 1937 folgte die Ernennung zum Staatsschauspieler durch Adolf Hitler. Loos spielte sowohl in Unterhaltungsfilmen der Zeit – so in Paul Wegeners Regie-Comeback im Tonfilm DIE FREUNDIN EINES GROSSEN MANNES und in Robert A. Stemmles DER MILLIONÄR – als auch in Propagandafilmen wie DIE ENTLASSUNG und dem antisemitischen Hetzfilm JUD SÜSS mit. Im August 1944 nahm ihn Goebbels in die Gottbegnadeten-Liste der unentbehrlichen Schauspieler auf, die er für seine Propagandafilme benötigte.

Bei Kriegsende floh Loos von Prag aus über Salzburg und von dort nach Tübingen. In der amerikanischen Besatzungszone wurde er mit einem Spielverbot belegt, welches aber nach zwei Jahren aufgelöst wurde. Einige berühmte Politiker und Schauspieler hatten Protest eingelegt und bekräftigten Loos‘ Aussage, er sei der NSDAP aus Zwang beigetreten.
Der letzte Film des Schauspielers war die musikalische Komödie ROSEN AUS DEM SÜDEN (1954). Ein letztes Mal sah man Loos allerdings nach seinem Tod 1993 in SHIVA UND DIE GALGENBLUME. Er gilt als eine der letzten Produktionen der NS-Filmindustrie, die 1945 in den Barrandov-Studios in Prag begonnen und wegen des Einmarschs der Roten Armee nicht fertiggestellt wurde. 1993 haben Hans Georg Andres und Michaela Krützen Fragmente dieses „letzten Films des Dritten Reiches“ in ihren Film montiert, so dass Teile aus SHIVA UND DIE GALGENBLUME nun in Szenen zum historischen Rahmen seiner Entstehung eingebettet wurden. Das Ergebnis ist eine Mischung aus historischem Spielfilmmaterial, nachgedrehten Szenen, Interviews und dokumentarischen Teilen.

Zum 135. Geburtstag von Theodor Loos zeigen wir zudem die Kriminalfilme DIE STUNDE DER VERSUCHUNG und SCHATTEN ÜBER ST. PAULI, als auch das Melodram GABRIELE DAMBRONE – die beiden letzteren zum ersten Mal im Murnau-Filmtheater!

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut

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