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Theodor Friedrich Emil Janenz, besser bekannt als Emil Jannings, war ein schweizerdeutscher Bühnen- und Theaterschauspieler. Jannings galt als einer der berühmtesten und talentiertesten Schauspieler seiner Zeit, dessen zahlreiche Erfolge sich nicht nur auf Deutschland begrenzten: 1929 wurde Jannings als erster Oscar-Preisträger aller Zeiten in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für seine Rollen in den Filmen SEIN LETZTER BEFEHL und DER WEG ALLEN FLEISCHES ausgezeichnet. Bis heute herrschen allerdings große Kontroversen um seine Person, da er ab 1933 zu einem herausragenden Repräsentanten der NS-Kulturpolitik avancierte.

Jannings wurde am 23. Juli 1884 in Rorschach in der Schweiz geboren, wuchs allerdings in Leipzig und Görlitz auf. Nach einer enorm erfolgreichen Karriere als Bühnenschauspieler in Görlitz, Berlin und diversen Provinzbühnen von 1900-1914 ergatterte er im Jahr 1914 erste Filmrollen, oftmals jedoch in eher trivialen und erfolglosen Melodramen.

Sein Durchbruch gelang ihm in Ernst Lubitschs Kostümfilm MADAME DUBARRY. Jannings zählte nun zu den Filmstarts des frühen Kinos und konnte sich vollends seiner Filmarbeit widmen. Er spielte in vielen ambitionierten und erfolgreichen Spielfilmen mit, u.a. in dem Kriminaldrama VARIETÉ sowie in den frühen Tonfilmen DER BLAUE ENGEL und LIEBLING DER GÖTTER.

In den 1930er Jahren wandte sich Jannings wieder verstärkt der Theaterarbeit zu; konnte zunächst nicht an seine früheren Kinoerfolge anknüpfen. Erst im „Dritten Reich“ und durch Rollen in NS-Propagandafilmen wie DER HERRSCHER und ROBERT KOCH, DER BEKÄMPFER DES TODES oder die vermeintlich unpolitischere Heinrich von Kleist-Verfilmung DER ZERBROCHENE KRUG gelang es ihm, seine Stellung als der deutsche Filmschauspieler schlechthin zu erneuern. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Tobis (seit 1938) sowie als „Künstlerischer Leiter“ seiner Produktionen hatte Jannings großen Einfluss auf Konzeption, Budget und die Auswahl des Mitarbeiterstabs. Sein letzter vollendeter Spielfilm war die Komödie ALTES HERZ WIRD WIEDER JUNG, den wir diesen Monat in der Heimkehr-Reihe zeigen.

Nach der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten erhielt er auf Grund seiner Mitwirkung in propagandistischen Werken und seiner persönlichen Nähe zu Schlüsselfiguren des NS-Regimes ein lebenslanges Berufsverbot. Jannings verstarb am 2. Januar 1950 in Strobl im Salzburger Land.

Foto oben: VARIETÉ - Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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