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Film

130. Geburtstag von Henny Porten

Henny Porten (*7.1.1890 in Magdeburg; †15.10.1960 in Berlin) wird als Tochter des Opernsängers und Filmpioniers Franz Porten geboren und wächst teils in Breslau bei ihren Eltern, teils bei den Großeltern in Ehrang auf. 1895 pachtet Vater Franz das Stadttheater in Dortmund, wo Porten in Kinderrollen auftritt. Nachdem ihre Familie nach Berlin umzog, besucht sie eine Höhere Töchterschule. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Rosa tritt sie bei Vereinsveranstaltungen auf und wirkt in von ihrem Vater inszenierten Tonbildern mit. Im Januar 1906 erhält Franz Porten von Oskar Messter den Auftrag, sechs Biophon-Tonbilder zu inszenieren. Zusammen sind die Schwestern das erste Mal auf der Leinwand zu sehen, während sie das Couplet MEISSNER PORZELLAN präsentieren. Auch in den folgenden Jahren arbeiten sie gemeinsam an weiteren Tonbildern.

Auch ohne Schauspielunterricht avanciert Henny Porten zu einer der ersten bekannten deutschen Stummfilmstars und wird zusammen mit Asta Nielsen und Pola Negri zum Idol der stummen Leinwand. Bereits ab 1916 gehören die Porten-Filme zu den größten Kassenerfolgen. Als 1920 das Historiendrama ANNA BOLEYN mit Emil Jannings in die Kinos kommt, findet sie auch internationale Beachtung, worauf Angebote aus Hollywood folgen. Jannings geht dieser Einladung nach, Henny Porten entscheidet sich ihre eigene Produktionsgesellschaft zu gründen, die Henny Porten-Film GmbH. Im gleichen Jahr heiratet sie den Arzt Wilhelm von Kaufmann-Asser, der die Produktionsleitung übernimmt. Nach mehreren erfolglosen Filmen geht die Firma 1923 in Konkurs.  Im Zeitraum von 1923 bis 1924 gilt Henny als „Kassenschreck“, da ihr antideutsche Arbeit vorgeworfen wird. Carl Froelich verhilft ihr mit einer Rolle in MUTTER UND KIND (1924) zurück auf die Leinwand. 1924 erfolgt in Berlin die Gründung der Henny Porten-Froelich Produktion GmbH, an der Porten, Froelich und Wilhelm von Kaufmann beteiligt sind. Mit der Zeit nimmt der Erfolg ab und Carl Froelich wechselt 1929 zum Tonfilm. Das Ehepaar Porten-Kaufmann führt die Firma unter dem Namen Henny Porten Film-Produktion GmbH allein weiter. Mit G. W. Pabst als Regisseur wagt Porten 1930 in SKANDAL UM EVA ihr Tonfilmdebüt, das sie mühelos besteht. Im folgenden Jahr realisiert sie das lang geplante Projekt LUISE, KÖNIGIN VON PREUßEN an dem ihre Firma im Sommer 1932 in Konkurs geht. Der Film wird von linken wie rechten Politikern angefeindet, umgeschnitten und politisch im Sinn der Nazis instrumentalisiert. Nach diesem Projekt erhält Porten keine Aufträge und sucht Zuflucht auf der Bühne, wo sie in ein paar Stücken mitspielt. Durch das Ton-Remake von MUTTER UND KIND von Hans Steinhoff im Jahre 1933 erlangt sie erneut Erfolg auf der Kinoleinwand.

Da sie sich nicht von ihrem jüdischen Mann scheiden lässt, wird ihr die Weiterbeschäftigung beim Film erschwert. In KOMÖDIANTEN (1941) kann sie als Herzogin Amalia von Weißenfels überzeugen. 1943 gibt ihr der als Reichsfilmkammer-Präsident amtierende Froelich die Hauptrolle des Zweiteilers FAMILIE BUCHHOLZ und NEIGUNGSEHE. Zuvor spielt sie allerdings noch in der Komödie WENN DER JUNGE WEIN BLÜHT (1943) als Elisa Arvik mit.
Nach Kriegsende lebt Porten in Ratzeburg, allerdings erhält sie beim westdeutschen Film nur wenige Angebote, so geht sie für zwei Filme in die DDR. Im Westen wird sie schwer angefeindet und zieht sich in ihr Privatleben zurück. Nach einer schweren Krankheit verstirbt Henny Porten am 15. Oktober 1960.  Im selben Jahr erhält sie das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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