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Robert Paul Fritz Herlth (*2.5.1893 in Wriezel/Oder, †6.1.1962 in München) war ein deutscher Szenenbildner. Von 1912 bis 1914 studierte er Malerei an der Hochschule für bildende Künste Berlin. 1914 wurde er ins Militär eingezogen, konnte jedoch dank Vermittlung des Filmarchitekten Hermann Warm 1916 – 1918 am Heeres-Theater in Vilnius arbeiten, ehe er 1919 aus dem Kriegsdienst austrat und nach Berlin zurückkehrte.

1920 wurde er von Warm bei der Filmproduktionsgesellschaft Decla-Bioscop engagiert. Dort traf der auch auf seinen späteren Partner Walter Röhrig, mit welchem er viele Figuren und Dekorationsentwürfe der Filme entwarf. Zu einer seiner ersten Aufgaben gehörte die Ausstattung von Fritz Langs DER MÜDE TOD, wobei Herlth das Bühnenbild der chinesischen Episode übernahm. Die beiden Szenenbildner Herlth und Röhrig wurden 1920 von der Ufa als Filmarchitekten engagiert. Die gesamte Bandbreite ihres Talents zeigte sich in den 1920er Jahren, wo sie viele verschiedene Bühnenbilder für diverse Filme machten, unter anderem für DER LETZTE MANN von Friedrich Wilhelm Murnau und ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS. Für die Filme Murnaus entfalteten Herlth und Röhrig eine besondere Kreativität, wobei der Regisseur oft selbst aktiv am Entwurfsprozess teilnahm. Zusammen mit Murnau und dessen Kameramann Karl Freund bildeten Herlth und Röhrig ein besonders kreatives Team.

Häufig arbeitete Herlth auch mit anderen Regisseuren zusammen, wie mit Gustav Ucicky, für den er Entwürfe für Filme wie MORGENROT oder DAS FLÖTENKONZERT VON SANSSOUCI (1930) malte und Reinhold Schünzel, für den er bei AMPHITRYON – AUS DEN WOLKEN KOMMT DAS GLÜCK (1935) zusammenarbeitete. 1937 verließ er die Ufa und ging zur Tobis, wo er vorwiegend für Unterhaltungsfilme ausstattete. 1940 arbeitete er zusammen mit Heinrich Weidemann und H. Marchionini an den Bauten für den Film ROSEN IN TIROL. Sein erster Farbfilm wurde nicht vor Kriegsende fertig gestellt.

Nebenbei malte Herlth Bühnenbilder für das Theater und konzentrierte sich nach Kriegsende hauptsächlich darauf. Erst 1947 begann er, sich wieder mit Filmen zu beschäftigen. Im folgenden Jahr holte Carmine Gallone Herlth nach Rom, um mit ihm an seiner FAUST-Verfilmung zu arbeiten. 1959 entstand die aufwendige Verfilmung der BUDDENBROOKS, für die Herlth mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut

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