Direkt zum Inhalt

Josef „Joe“ Stöckel (*27.9.1894 in München; †14.6.1959 ebenda) war ein deutscher Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller, der in zahlreichen komischen Stücken „Münchner Originale“ spielte.

Schon in den 1920er Jahren gründete Stöckel seine eigene Filmfirma und produzierte die international bekannte JOE MARCO-Filmreihe vor Wild-West-Kulisse. In der Serie übernahm er die Titelrolle und änderte seinen Vornamen von Josef zu Joe.

Neben Karl Valentin, Weiß-Ferdl, Josef Eichheim und Beppo Brem gilt Stöckel als Pionier des Münchener Films und war einer der ersten, die den Gegensatz zwischen Bayern und anderen deutschen Volksgruppen (insbesondere den „Preußen“) für die Komödie nutzte. Er adaptierte Bühnenklassiker wie die DIE DREI DORFHEILIGEN, DAS SÜNDIGE DORF, DER SCHEINHEILIGE FLORIAN und DER VERKAUFTE GROSSVATER als Drehbuchautor oder Regisseur für das Kino. Allerdings wirkte Stöckel 1933 auch als Schauspieler und Co-Autor an SA-MANN BRAND mit – neben HANS WESTMAR und HITLERJUNGE QUEX einer der ersten nationalsozialistischen Propagandafilme. Obwohl der regimetreue Spielfilm die Prädikate „volksbildend“ und „künstlerisch besonders wertvoll“ erhielt, fiel er sowohl beim Publikum und der zeitgenössischen Presse als auch bei der NS-Führungsriege durch. Nach diesen ersten, wenig überzeugenden Beiträgen über die nationalsozialistische „Bewegung“ verfügte Joseph Goebbels diesen „nationalen Kitsch“ zu unterlassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sahen ihn die Zuschauer in urigen bayerischen Heimatfilmen, in denen Stöckel als Trümpfe deftige Erotik und Sarkasmus ausspielte. Er wirkte in rund 170 Filmen mit, in über 40 Filmen zeichnete er auch für die Regie verantwortlich. Seinen letzten Auftritt hatte Stöckel 1959 in der österreichischen Kriminalkomödie ZWÖLF MÄDCHEN UND EIN MANN von Hans Quest mit Toni Sailer und Margit Nünke in den Hauptrollen.

Zum 125. Geburtstag des Filmschaffenden präsentieren wir mit PETERLE (1943) und DER SCHEINHEILIGE FLORIAN (1941) zwei bayerische Komödien aus dem Stiftungsbestand zum ersten Mal in unserem Kino. Außerdem zeigen wir DAS SÜNDIGE DORF (1940) und DER ARME MILLIONÄR (1939).

Foto oben: Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

« Zurück