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Der Name Heinrich George (*9.10.1893 in Stettin; †25.9.1946 im Speziallager Sachsenhausen, Oranienburg) ist aus der Film- und Theatergeschichte Deutschlands nicht wegzudenken. Nicht nur seine schauspielerisches Talent und seine beeindruckende Erscheinung, sondern auch sein künstlerischer Werdegang in der Zeit des Nationalsozialismus tragen heute zu seiner Bekanntheit bei.

Bereits kurz nach Beginn seiner Karriere meldete sich George freiwillig zum Wehrdienst und wurde im Ersten Weltkrieg schwer verwundet. Er engagierte sich in der Kommunistischen Partei Deutschlands und spielte unter Berthold Brecht. In Fritz Langs Stummfilmklassiker METROPOLIS verkörperte er den Wärter der Herzmaschine Grot.
Mit dem Beginn des Tonfilms konnte George auch seine prägnante Stimme und seinen eigenwilligen Sprachduktus in sein Spiel einfließen lassen, so beispielsweise in Robert Wienes erstem Tonfilm DER ANDERE (1930). Seine überzeugende Leistung brachte ihm Anfang der 1930er Jahre Engagements in Hollywood ein, allerdings kehrte er schon bald wieder zurück nach Deutschland. 1933 wurde er von dem NS-Regime kurzfristig vom Spielbetrieb des Staatstheaters ausgeschlossen, arrangierte sich dann aber relativ schnell mit den künstlerischen Vorgaben der Nationalsozialisten und spielte in HITLERJUNGE QUEX (1933) einen zum Nationalsozialismus bekehrten Kommunisten. In den folgenden Jahren ließ sich George von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke instrumentalisieren und verkörperte auch in Unterhaltungsfilmen autoritäre Figuren wie den Schuldirektor in REIFENDE JUGEND oder sogenannte künstlerische Genies und Personen der deutschen Geschichte wie in den Historienfilmen DAS UNSTERBLICHE HERZ, DAS MÄDCHEN JOHANNA oder ANDREAS SCHLÜTER. Joseph Goebbels ernannte ihn später zum „Staatsschauspieler“. Andererseits nahm er als Intendant des Berliner Schiller-Theaters Künstler unter Vertrag, die ansonsten aufgrund ihrer Herkunft oder politischen Gesinnung der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt gewesen wären.
Nach der Befreiung Deutschlands wurde George im Juni 1945 verhaftet und zunächst in Hohenschönhausen, dann in Sachsenhausen interniert. Hier starb er am 26. September 1946 aufgrund der unmenschlichen Haftbedingungen.
Er war mit der Schauspielerin Berta Drews verheiratet. Aus ihrer Ehe gingen die zwei Söhne Götz und Jan hervor.

Zu seinem 125. Geburtstag zeigen wir Heinrich George zudem in dem Gerichtsdrama SENSATIONSPROZESS CASILLA als Staranwalt und in – zum ersten Mal im Murnau-Filmtheater – FRAU SYLVELIN.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut - DIF e.V.

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