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Erich Kettelhut (*1.11.1893 in Berlin; †13.3.1979 in Hamburg) war ein deutscher Szenen- und Bühnenbildner und einer der ersten bedeutendsten Filmbildner. Er arbeitete von 1919 bis 1960 an Filmproduktionen mit.

Beim Film arbeitete Kettelgut zunächst als Hilfsarchitekt für Joe Mays Produktionsgesellschaft, der sich mit monumentalen Stummfilmen einen Namen machte. Durch die Arbeit beim Achtteiler DIE HERRIN DER WELT lernte Kettelhut auch Fritz Lang kennen für den er in der Folge als ausführender Architekt, zusammen mit den Kollegen Karl Vollbrecht und Otto Hunte, bei einigen Großprojekten mitwirkte, u.a. für den Nibelungen-Zweiteiler SIEGFRIED und KRIEMHILDS RACHE. Während der Dreharbeiten lernte Kettelhut die Kostümzeichnerin Änne Willkomm kennen, die beiden heirateten. Aus Kettelhuts eher unauffälliger Schaffensphase während der späten Jahre der Weimarer Republik ragt der Science-Fiction-Film F.P. 1 ANTWORTET NICHT mit Hans Albers und Sybille Schmitz heraus. Nach Plänen des Ingenieurs Albert Henninger gestaltete er eine gesamte Insel – die Greifswalder Oie – zur titelgebenden stählernen „Flugzeug-Plattform 1“ um, die im Film als 500 Meter langer ozeanischer Stützpunkt des Luftverkehrs dient.

Im Gegensatz zu anderen langjährigen Kollegen – nicht zuletzt Fritz Lang – entschied sich Kettelhut nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland zu bleiben. Fortan konzentrierte er sich in seiner Arbeit auf die Dekors und Bauten für Revuen, Lustspiele und Musik-Komödien, die beim Publikum beliebt waren. Insbesondere Filme von Georg Jacoby wurden von ihm ausgestattet, darunter auch FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN, der erste Ufa-Farbfilm, in dem er sein Talent in Agfacolor beweisen musste. Kettelhut arbeitete auch mit Regisseur Paul Martin zusammen, u.a. bei dem melodramatischen Historienfilm SCHWARZE ROSEN mit Willy Fritsch und Lilian Harvey in den Hauptrollen.

Mit dem Ende des Kriegs legte Kettelgut eine mehrjährige Pause ein zeichnete in den 1950er-Jahren schließlich erneut für die Bauten in Jacoby-Filmen wie DIE CSARDASFÜRSTIN verantwortlich, und wurde weiterhin für die Gestaltung leichter Stoffe unter wechselnder Regie an unterschiedlichen Standorten in Deutschland engagiert. Im Laufe des Jahrzehnts mischten sich auch wieder ernsthaftere Filme in das Portfolio des Szenenbildners, so zum Beispiel der von Erich Pommer produzierte KINDER, MÜTTER UND EIN GENERAL. Zudem lehrte er an der Deutschen Filmakademie in Babelsberg. 1968 wurde er mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.

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