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Carl Mayer (*20.2.1894 in Graz, Österreich; †1.7.1944 in London, England) hatte eine schwere Jugend. Als Sohn eines erfolglosen Geschäftsmannes, der aufgrund von großen Geldsorgen Selbstmord beging, wurde Mayer mit 16 Jahren Waise. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und seine drei jüngeren Brüder zu unterstützen, nahm er eine Reihe von Gelegenheitsjobs an und kam auf diesem Wege auch zum Theater.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg lernte Mayer 1919 als Dramaturg am kleinen Berliner Residenztheater den ehemaligen Offizier und tschechischen Dichter Hans Janowitz kennen. Gemeinsam verfassten sie das Drehbuch zu DAS CABINET DES DR. CALIGARI, das ihn als Autor beim Film rasch etablierte. Mayer beschäftigte sich allerdings nicht nur mit expressionistischen Motiven, sondern wandte sich auch Kammerspielfilmen sowie naturalistischen Dramen im Kleinbürgermilieu zu. Er arbeitete für mehrere Filme mit Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau zusammen, u.a. bei SCHLOSS VOGELÖD und DER LETZTE MANN. Der Höhepunkt seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Murnau wurde 1926 das noch in Deutschland fertiggestellte Drehbuch auf der Vorlage von Hermann Sudermanns Kurzgeschichte „Die Reise nach Tilsit“. SUNRISE – A SONG OF TWO HUMANS wurde 1927 von Murnau in den USA realisiert, erhielt exzellente Kritiken und gewann drei Oscars.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut, Frankfurt

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