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Mady Rahl (*3.1.1915 in Neukölln; †29.8.2009 in München-Bogenhausen) wird in Berlin-Neukölln geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbringt. Sie besucht ein Mädchenlyzeum, verlässt die Schule aber noch vor der Mittleren Reife. Nach der Schule nimmt sie Schauspiel- und Theaterunterricht und arbeitet nebenbei als Synchronsprecherin. Trotz nicht bestandener Schauspielprüfung wird sie von Detlef Sierck ans Alte Theater in Leipzig geholt.

Nach ihrem Leinwanddebüt 1934 im Kurzfilm ZWEI GENIES erhält sie ihre erste Nebenrolle in DER GEHEIMNISVOLLE MISTER X neben Ralph Arthur Robert. 1936 ist sie als Sylvia Crantz in der Pat & Patachon-Komödie BLINDE PASSAGIERE neben Carl Schenstrøm und Harald Madsen zu sehen. Richtig bekannt wird sie erst durch ihren Auftritt im erfolgreichen Varieté- und Artistenfilm TRUXA von 1937, woraufhin rund 30 weitere Rollen als Naive, Sentimentale oder junge Salondame folgen. Ein Jahr später taucht sie als Mimi in Georg Jacobys musikalischem Streifen EINE NACHT IM MAI neben Marika Rökk auf und 1939 verkörpert sie die Rolle der Ilse Mittau in der Verwechslungskomödie ICH BIN GLEICH WIEDER DA. In dem Revuefilm HALLO JANINE! ist sie im gleichen Jahr als Bibi an der Seite von Marika Rökk und Johannes Heesters zu sehen. Paul Heidemann verschafft ihr eine ihrer seltenen Hauptrollen in MEIN MANN DARF ES NICHT WISSEN, in dem sie als Tochter einer Sylter Hausbesitzerin ausgerechnet jenen Mann heiratet, gegen den ihre Mutter prozessiert. 1944 spielt sie zudem neben Ida Wüst und Albert Matterstock als Kathrin von Hagen in Hans H. Zerletts SCHUSS UM MITTERNACHT. Bis 1945 avanciert sie mit rund 60 Filmen zu einem Liebling des deutschen Kinopublikums.

Direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schlägt sich Rahl, die zuletzt in Prag gedreht hat, von Berlin nach Berchtesgaden durch und tingelt zunächst gemeinsam mit Franz Grothe über die Dörfer. Im Film wechselt sie ins Rollenfach der Femme fatale und präsentiert mit rauchiger Stimme eine gereifte Variante ihrer vorherigen Standardrolle, so setzt sie erfolgreich ihre Kinokarriere fort und steht bis Mitte der 1980er Jahre noch für rund 45 weitere Kinofilme mit mehr oder weniger prägnanten Rollen vor der Kamera. Insgesamt wirkt Mady Rahl in mehr als 90 Filmen mit, davon etwa 30 zur Zeit der NS-Diktatur.

Neben ihrer umfangreichen Arbeit für den Film widmet sich die Schauspielerin regelmäßig der Bühnenarbeit an der Kleinen Komödie München, geht mit vielen Stücken auf Tournee und macht sich auch als Chansonsängerin einen Namen. Sie wird ab Mitte der 1960er Jahre auch im Fernsehen zu einer festen Größe und spielt in bekannten TV-Krimis wie DEM TÄTER AUF DER SPUR, EIN FALL FÜR ZWEI oder TATORT mit.  Erwähnenswert ist zudem ihre Tätigkeit als Synchronsprecherin, so leiht sie 1980 bis 1981 in der Zeichentrickserie NILS HOLGERSSON der Wildgans Akka und 1983 in der Zeichentricksendung ALICE IM WUNDERLAND der Herzogin ihre Stimme. Danach zieht sich der einstige Leinwandstar weitgehend aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück, widmet sich ihrem Privatleben sowie ihrem Hobby, der Malerei. Nach einem Krankenhausaufenthalt im März 2005 lebt Mady Rahl zurückgezogen in einem Münchener Altenheim.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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