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Film

100. Geburtstag Heidemarie Hatheyer

Die Österreicherin Heidemarie Hatheyer (*8. April 1918 in Villach; † 11. Mai 1990 in Zollikon bei Zürich) stand schon als kleines Kind auf der Theaterbühne. Nach ihrer Reifeprüfung schlug sie nicht, wie geplant, eine journalistische Laufbahn ein, sondern nahm Schauspielunterricht. Hatheyers Bühnenkarriere nahm 1936 mit einer kleinen Rolle neben Zarah Leander in der Operette „Axel an der Himmelstüre“ ihren Anfang.
Ihren Durchbruch erlebte sie als 22-Jährige in dem Bauerndrama DIE GEIERWALLY (1940), in dem sie die Hauptrolle spielte. Davor war sie bereits in einigen anderen Filmen zusehen, wie in dem Bergsteigerepos DER BERG RUFT. 1942 verpflichtete sie Gustaf Gründgens nach Berlin an das Preußische Staatstheater.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie mit einem zweijährigen Filmverbot belegt, da sie in dem Euthanasie-verherrlichenden NS-Propagandafilm ICH KLAGE AN von 1941 mitgewirkt hatte und ihr somit eine „indirekte Mittäterschaft“ zur Last gelegt wurde. Nach Ablauf der Frist spielte sie jedoch wieder in Filmen, vermehrt auch in Fernsehproduktionen mit und konnte in den 1950er und 60er Jahren wieder an ihre früheren Filmerfolge anknüpfen. Sie spielte beispielsweise die Ehefrau von O. E. Hasse und Mutter von Götz George in den Familiendrama SOLANGE DAS HERZ SCHLÄGT. 1984 erhielt Hatheyer das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Mitwirken im deutschen Film und nochmals 1989 für ihre „Darstellerische Leistung“ in Kai Wessels Regiedebüt MARTHA JELLNECK. Es wurde ihre letzte große Filmrolle.
Hatheyer stellte ihr Talent aber vor allem als Charakterdarstellerin auf der Theaterbühne unter Beweis. Sie ging vermehrt auf Tourneen und trat bei Festspielen auf. Von 1955 bis 1983 war sie ein stetiges Mitglied am Züricher Schauspielhaus. In Deutschland arbeitete sie nach dem Krieg erneut mit Gustaf Gründgens als „seine“ Mutter Courage zusammen. 1963 wurde sie durch den Berliner Senat zur Staatsschauspielerin ernannt und später in ihrer Heimat mit der Wienerischen Josef-Kainz-Medaille sowie mit dem Grillparzer-Ring des Österreichischen Bundesministers für Unterricht und Kunst ausgezeichnet.

Heidemarie Hatheyer spielte sowohl in der Nachkriegszeit mit Götz George, als auch, bereits in den 1940er Jahren, mit seinem Vater Heinrich George in DER GROSSE SCHATTEN zusammen. Zu ihrem 100. Geburtstag zeigen wir sie zudem in dem Drama DIE JAHRE VERGEHEN…, der musikalischen Komödie DIE NACHT IN VENEDIG und den beiden Überläufer-Filmen MATHILDE MÖHRING sowie REGIMENTSMUSIK.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut

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