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Gisela Friedlinde Schreck (*1919 in Leipzig, †2007 in Köln) verkörperte in acht Jahrzehnten mehr als 60 Filmrollen im deutschsprachigen Film. Darunter waren sowohl Auftritte in NS-Propagandafilmen, als auch später in der Nachkriegszeit in Fernsehfilmen und -serien sowie im Neuen Deutschen Film. 1979 erhielt sie einen Bundesfilmpreis in Gold für ihre Rolle der Mutter in Rainer Werner Fassbinders DIE EHE DER MARIA BRAUN.

Uhlen wurde als viertes Kind eines Spirituosen-Fabrikanten und Opernsängers Augustin Schreck und seiner Frau Luise Frieda 1919 in Leipzig geboren. Der Stummfilmstar Max Schreck, bekannt aus Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Klassiker NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS, war ihr Onkel, der ein großer Einfluss für ihre sehr frühe Entscheidung, ebenfalls Schauspielerin zu werden, war. Bereits als Fünfjährige besuchte sie die Mary Wigman-Tanzschule für modernen Ausdruckstanz am Leipziger Konservatorium. Später erlernte sie noch klassisches Ballett und Akrobatik als sie sich mit 15 Jahren für den Beruf der Schauspielerin entschied. Als Pseudonym wählte sie Gisela Uhlen.

Uhlen hatte ihr Filmdebüt in dem NS-Propagandafilm ANNEMARIE, in dem sie die gleichnamige Hauptrolle spielte. Ihre Rolle als treue Liebhaberin eines Soldaten würde sie später in Filmen wie ZWISCHEN HIMMEL erneut mimen. Ebenso war sie oftmals Teil von weiteren Filmen des NS-Kinos, wie etwa in ZWISCHEN HAMBURG UND HAITI, DIE BEIDEN SCHWESTERN, DIE UNVOLLKOMMENE LIEBE oder REMBRANDT, die gezielt propagandistische Inhalte in vermeintlich unpolitische Narrativen enthielten.

Nach dem Krieg blieb Gisela Uhlen eine viel beschäftigte Schauspielerin, sowohl im Kino und Fernsehen als auch auf der Theaterbühne. Am 16. Januar 2007 starb Gisela Uhlen nach längerer Krankheit in Köln.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut, Frankfurt

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