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Film ist eines der originärsten Medien des 20. Jahrhunderts und gleichermaßen
Zeitdokument, Kunstform wie Wirtschaftsfaktor. Obwohl als Medium reproduzierbar,
ist doch das Filmmaterial selbst von Zerfall bedroht. Ein großer Teil der
filmischen Frühgeschichte ist aus diesem Grund für immer verloren.
Die Filmwissenschaft ist aber philologisch wie technisch auf verlässliche
Quellen angewiesen. Kinos und Fernsehsender sind auf der Suche nach optimalen
Kopien sowie begleitenden Materialien. Urheberrechte müssen geklärt
und beachtet werden.
Denn der Handel mit Rechten audiovisueller Produkte, der zu einem wichtigen Wirtschaftszweig
geworden ist, wirft im digitalen Medienzeitalter ständig neue Fragen auf.
Filme zu sichern und zu erhalten, zu restaurieren und zu rekonstruieren, sie
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, Recherchen
zu ermöglichen sowie die Rechte an den Filmen wahrzunehmen
und sie vor unbefugter Auswertung zu schützen, kommt
deshalb immer mehr Bedeutung zu.
Eine der wichtigsten deutschen Einrichtungen, die diese
Aufgaben erfüllen, ist die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
in Wiesbaden.
Ihren Namen erhielt die Stiftung in Erinnerung an den bedeutenden
Regisseur Friedrich Wilhelm
Murnau (1888-1931), der mit Filmen wie NOSFERATU
(1922), DER LETZTE MANN
(1924), TARTÜFF
(1925) oder FAUST
(1926) dem deutschen Film in den 20er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts zu Weltgeltung verhalf. Murnaus in Deutschland
entstandene Werke werden von der Stiftung ebenso verwaltet
wie Tausende anderer, in den Jahren 1900-1960 entstandener
Produktionen, die einen Großteil des deutschen Filmerbes
ausmachen.
Zum Verfassungsauftrag der Murnau-Stiftung gehört ebenfalls die Förderung
filmischer und politischer Bildungsarbeit. Das stiftungseigene Filmarchiv steht
der Allgemeinheit zur Verfügung. Unterstützung finden Studenten, Doktoranden,
Postdoktoranden und andere
Fachkräfte aus wissenschaftlichen und/oder kulturellen Bereichen, die den
Zwecken der Stiftung entsprechen.
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